Dummytraining mit Freddy Höfling

Training & SeminarePublished April 21, 2011 at 19:57 1 Comment

Am 19. April 2011 besuchten wir unserer erstes Training bei Freddy Höfling. Es war interessant, enorm lehrreich und wir konnten viele To Do’s für unsere Hausaufgaben mit nach Hause nehmen. Da ich bislang einen sehr kleinschrittigen, behutsamen Aufbau gemacht habe, und ausschließlich über Memories gearbeitet habe, war die Art des Trainings bei Freddy etwas völlig Neues für mich. Er arbeitet schon mit jungen Hunden bereits große Distanzen sowie Vollblinds, an denen wir noch sehr zu knacken haben. Allerdings bin ich sehr erstaunt, wie schnell Pitch lernt und es umsetzt, wenn er es denn verstanden hat. Aber von Anfang an:

Aufgabe 1
Wir gingen im Wald den breiten Waldweg bergauf. Pitch sollte ich dann um 180 Grad drehen und auf dem Weg absetzen. Freddy warf  mehrere Dummy über seinen Kopf nach hinten. Ohne Hund ging ich gemeinsam mit Freddy 100m zum Startpunkt zurück. Erste Blamage: fast am Startpunkt angekommen, saß Pitch nicht mehr, so dass ich die Strecke gleich nochmal laufen durfte. Das Sitzenbleiben auf große Entfernung also noch eine kleine Minibaustelle, die sich aber im Laufe des Trainings verlor (zum Glück, bei den Distanzen zwischen Hund und mir bei den folgenden Aufgaben). Ich sollte Pitch dann ‚Back‘ auf die hinteren Dummies schicken. Das machte er auch sehr schön und kam Vollspeed zurück und lief (O-Ton Freddy: „respektlos“) einen Minibogen hinter mir, bevor er einparkte. Gut, daran sollten wir also auch arbeiten. Die nächste Steigerung kam sogleich. Pitch saß neben mir und Freddy warf ein Dummy links und eines rechts neben uns. Ich sollte ihn voran auf die 100m entfernt liegenden Dummies schicken. Die ersten 10m lief Pitch auch brav voran, um dann postwendend auf das links ausgelegte Dummy zu rennen. Aufgabe nochmals wiederholt und der junge Mann ging dann doch voran.

Fazit Aufgabe 1: definitv verbesserungswürdig in Punkto Gehorsam. Trainingsziel: mehr Verleitungen mit engeren Winkeln erarbeiten.

Aufgabe 2
Wir standen mit zwei weiteren Teams auf dem Waldweg. Es ging direkt von dort steil 3m bergab, dann lag ein 25m breites Waldstück mit Graben vor uns, bevor es wieder steil 5m bergauf auf einen breiten Weg ging, auf dem Freddy stand. Es lagen mehrere Blinds einen weiteren Hang hoch, ca. 10m vom Weg aus. Die Blinds wurden für jeden Hund beschossen. Zuerst arbeitete ein erfahrener Hund, anschließend folgte Pitch. Pitch saß während der gesamten Aufgabe sehr aufmerksam und ruhig neben mir. Meinen Gedanken, dass er das definitiv noch nicht kann, strafte er Lügen, denn er lief bis zum zweiten Waldweg eine tolle und irre schnelle Linie, brach dann aber am breiten Waldweg ab und brauchte ein wenig Hilfe durch Freddy. Anscheinend war er auch ein wenig sehr erfreut über die vielen Blinds an der Stelle, denn es benötigte doch eine Erinnerung, nach der Aufnahme bitte sofort zu mir zu kommen und sich nicht noch die anderen Dummies anzuschauen. Wir sollten die Aufgabe dann nochmals ohne Schuss arbeiten. Leider kam Pitch nach dem ersten Sprung unglücklich auf und vertrat sich einen Lauf, so dass ich ihn zurückholen mußte, um ihn dann erneut anzusetzen. Er lief an der Unglücksstelle dann etwas langsamer, ging aber gerade Linie, fand und brachte.

Fazit Aufgabe 2: meinem Hund schwierigere Dinge zutrauen. Trainingsziel: Kommpfiff in hoher Trieblage weiter intensivieren.

Aufgabe 3
Wir gingen auf eine Wiese, an die ein See grenzte. 2m von der Wasserkante setzte ich Pitch mit Blickrichtung zum Wasser ab und ging. Freddy warf eine Markierung ins Wasser. Wir sollten uns dann um 90 Grad nach rechts drehen. Die nächste Markierung flog geradeaus. Wieder eine 90 Grad Drehung und eine Markierung. Von der drehten wir uns weg und schickten auf die 2. Markierung. Wieder angekommen, wurde das Dummy sogleich wieder gerade geworfen, gedreht und dann auf die 3. Markierung geschickt usw.

Fazit Aufgabe 3: noch etwas verzögertes Mitdrehen bei der Wassermarkierung, aber ansonsten hat Pitch sich schön im Fuss mitgedreht. Trainingsziel: weiter ausbauen und stärkere Verleitungen einbauen.

Aufgabe 4
Wir standen auf der Wiese, links von uns der See mit Blickrichtung auf die eng zulaufende Wiese. In 60m wurden Blinds ausgelegt, auf die der Hund geschickt werden sollte. Hier fingen wir zuerst an. Das klappte mal so gar nicht. Pitch lief ein paar Meter voran, schlenkerte dann, so dass ich ihn zurück holte. Auch ein nochmaliges Ansetzen brachte keine Verbesserung. Er hatte schlichtweg keinen Plan, was er tun sollte. Freddy baute die Aufgabe für uns um. Wir gingen in Richtung Blinds, ich setzte Pitch mit Blickrichtung von den Dummies weg und Freddy warf ein paar Dummies über ihn hinweg. Dann gingen wir die Strecke wieder zurück, ich schickte Pitch Back, er drehte gut, war schnell wieder da und parkte auch korrekt wieder ein. Dann schickte ich ihn  die gleiche Strecke nochmal voran. Im nächsten Schritt gingen wir auf gute 120m Distanz. Schwierigkeit: zuvor arbeiteten die beiden anderen Gespanne Wassermarkierungen, an denen wir dann voran vorbei schicken mußten. Zweimal mußte ich Pitch neu ansetzen, weil er jedes Mal auf Höhe der Wassermarkierung in Richtung Wasser abbog, aber beim dritten Mal lief er dann doch die ganze Strecke durch.

Fazit Aufgabe 4: voran sitzt auf große Distanzen in Kombination mit Verleitungen noch nicht sicher. Trainingsziel: größere Distanzen und schneller mit Verleitungen kombinieren.

Aufgabe 5
In etwa wiederholte sich die Aufgabe 4, nur dass dieses Mal ans andere Ende der Wiese gearbeitet wurde und die Distanz zwischen mir und Pitch beim Back schicken gute 150m betrug. Auf das erste Backzeichen von mir war Pitch noch etwas verunsichert, ließ sich dann aber bei der zweiten verbalen Anweisung schön Back schicken und er kam wieder sehr schön und exakt rein.

Fazit Aufgabe 5: hat er schön gemacht, die Distanz kann er also schon gut ab. Trainingsziel: dran bleiben.

Aufgabe 6
Wir standen in der Line mit Blickrichtung auf die in 100m entfernt liegenden Blinds. Die Hunde sollten voran geschickt werden und auf ein Zeichen abgestoppt werden. Es flog eine Verleitmarkierung (je nach Ausbildungsstand des Hundes mehr oder weniger eng), die der Hund ignorieren sollte, um dann Back geschickt zu werden. Aufgabe an sich war kein Problem für Pitch. Hat er sehr schön gearbeitet, allerdings meinte er, dass er doch zwischendrin eine Toberunde mit dem anderen Goldenrüden einlegen könnte, was nicht so ganz im Sinne des Erfinders ist, wenn man sich in der Line befindet.

Fazit Aufgabe 6: Aufgabe an sich sehr schön. Hatten wir in etwa auch schonmal zu Hause gemacht, nur nicht auf die Distanz. Trainingsziel: Steadyness in der Line öfter abfragen.

Aufgabe 7
Wir standen wieder in der Line. Es fiel immer eine Doppelmarkierung, wovon eine Markierung in ca. 50m Entfernung an Land in Nähe des Waldes fiel, die andere Markierung fiel mit einem lauten Platsch ins Wasser. Pitch sollte zuerst die Landmarkierung holen, dann arbeitete ein anderer Hund die Wassermarkierung. Dann erfolgte ein Wechsel. Diese Aufgabe hat er sehr schön gelöst. Auf die Landmarkierung habe ich sicherheitshalber mit Handzeichen geschickt. Er ging sehr schön raus, hatte auch gut markiert und mußte sich nur kurz Wind holen.

Fazit Aufgabe 7: er markiert doch besser als ich dachte. Trainingsziel: Winkelverkleinerung

Aufgabe 8

Es wurde zum letzten Mal an diesem Tag aus der Line auf das zuvor in Aufgabe 2-4 erarbeitete Eck gearbeitet. Die Entfernung betrug gute 250m. Die Blinds wurden beschossen. Zuerst arbeitete wieder einer der erfahrenen Hunde, Pitch kam als zweites dran. Er legte ein exaktes Lining über die gesamte Strecke hin.

Fazit Aufgabe 8: es gab nichts auszusetzen. Trainingsziel: weiter so!

Gesamtfazit: Wir müssen weiter die Basics festigen. Insbesondere den Stopp-Pfiff und den Komm-Pfiff unter stärkeren Verleitungen und Einflüssen üben. Hierzu werden wir demnächst die Reizangel aktivieren. Insgesamt bin ich sehr positiv erstaunt, was alles in diesem jungen Hund steckt. Er hat sehr konzentriert und vor allem ruhig über die drei Stunden gearbeitet, obwohl alles neu für ihn gewesen ist und er bei jeder Aufgabe herausgefordert wurde. Wir werden nun längere Distanzen und mehr Verleitungen in allen Bereichen mit ins Training einbauen.

One Comments to “Dummytraining mit Freddy Höfling”
  1. Didi sagt:

    DANKE für die „life“ Berichterstattung des Trainings. Jetzt hab ich eine Vorstellung von einem Seminar mit Freddy Höfling!

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