Prüfungsbericht zur Jugendprüfung (JP/R)

PrüfungenPublished April 23, 2011 at 15:09 1 Comment

Am 17. April 2011 machten Pitch und ich uns auf den Weg nach Abtweiler/Meddersheim, um die Jugendprüfung abzulegen. Sehr unausgeschlafen, da meine drei Monate alte Tochter Hanna aufgrund einer Erkältung nachts mehrfach zum Stillen kam und meine Nacht dementsprechend sehr kurz ausfiel. Etwas entschädigt wurden wir durch ein wahres Naturschauspiel zur frühen Morgenstunde: der Mond leuchtete überdimensional groß und rund kupferfarben am Horizont. Sieht man nicht alle Tage und so trugen Kaffee und die schöne Aussicht zur Steigerung meiner Laune bei.
Wir erreichten zeitig das Suchenlokal, so dass ich noch eine entspannte Runde mit Pitch laufen konnte, bevor es um 8:30 Uhr zur Abgabe der Papiere ging. Mit uns starteten drei weitere Teilnehmer: ein Golden, ein Flat Coated und ein Curly Coated. Eine bunt gemischte Truppe also. Wir waren gespannt. Richterobfrau Ulrike Schlögell begrüßte uns gut gelaunt zur Prüfung, die sie an der Seite der Richter Hellmut Voigtländer und Theo Juli leitete. Man  war sich noch etwas uneins über die genaue Abfolge der Prüfungsfächer, aber offensichtlich wurde man sich in der folgenden Richterkonferenz einig, so dass es mit der Chip- und Zahnkontrolle los gehen konnte. Anschließend fuhren wir ins Revier nach Meddersheim, wo Schußfestigkeit, Wasserarbeit und Walk-Up geprüft wurden.

Für mich Premiere: das erste Mal führte ich meinen Hund mit Flinte auf einer Prüfung. Diese Tatsache machte mich vermutlich nervöser als die Prüfung an sich. Man hat nicht die volle Konzentration nur auf dem Hund, sondern hat die Sicherheit im Umgang mit der Waffe primär im Kopf. Zumindest ging es mir als Jungjägerin so. Mit Startnummer 3 ging es für uns an den Start. Ab aufs freie Feld, Hund abgeleint und in den Freilauf geschickt, Flinte in den Anschlag und Schuß auf Richteranweisung. Pitch schaute auf und begann sofort eine Suche. Zweiter Schuß folgte, Pitch schaute erneut und suchte dann postwendend weiter. Auf Richteranweisung pfiff ich ihn zu mir. Erstes Fach abgehakt. Mein Adrenalinspiegel fuhr sich merklich runter.

Weiter ging es zur Wasserarbeit, die an der Nahe geprüft wurde. Die Schwimmdistanz betrug moderate 15m, die Nahe war an dem Tag recht ruhig (das kennen wir auch anders) und der Wassereinstieg war etwa mittelschwer. Uns wurde freigestellt, ob wir den Hund angeleint oder unangeleint führen möchten. Sicher, dass Pitch steady am Wasser ist, leinte ich ihn ab. Am anderen Ufer wurde geschossen, die Ente fiel ins gegenüberliegende Ufergestrüpp und ich schickte Pitch nach vorheriger Konzentration übers Wasser. Er nahm problemlos das Wasser an, nahm die Ente auf und kam direkt wieder zurück. Fach 2 ebenfalls erfolgreich abgelegt. Meine Müdigkeit verflog langsam aber sicher.

Als nächstes folgte der Walk-Up. Die Entfernung zwischen Markierung und Line betrug in etwa 30-40m. Wir liefen los und Startnummer 1 wurde nach Schuß und Fallen der Ente zum Apport geschickt. Leider bestätigte sich für Startnummer 1 an der Stelle, was sich schon bei der Überprüfung der Schußfestigkeit abzeichnete: die Hündin hatte eine Fehlverknüpfung mit dem Schuß, so dass sie zwar zur Ente lief und diese aufnahm, sich dann aber der Prüfungssituation entzog und Richtung parkende Autos flüchtete. Für das Team war die Prüfung hier leider beendet. Startnummer 2 machte seine Sache sehr gut, dann folgte nach einem Positionswechsel unser Apport. Die Ente flog hinter eine leichte Bodensenke, aber Pitch markierte gut und suchte sich die letzten drei Meter an die Fallstelle heran. Aufnehmen und Bringen lief wie gewohnt problemlos und schnell. Fach 3 folglich gelöst.

Nunmehr um ein Gespann reduziert, fuhren wir zum nächsten Prüfungsfach: Schleppen. Diese wurden auf großen Wiesen gezogen, damit die Richter freie Sicht auf die Arbeit der jungen Hunde hatten. Pitch erledigte seine Arbeit schnell und gewissenhaft. Zum ersten Mal konnte ich ihn komplett auf der gesamten Schleppspur beobachten und war erstaunt über den tiefen Naseneinsatz und die enorme Schnelligkeit und Spurtreue auf der Schleppspur. Auch dieses Fach konnten wir als bestanden abhaken.

Es folgte ein erneutes Umsetzen zum letzten Prüfungsfach des Tages. Mittlerweile hatte sich die Bewölkung gelockert und es wurde richtig warm. Gut, dass die Freie Suche im Wald stattfand und es dort angenehm kühl war. Der Bewuchs war anspruchsvoll. Pitch zeigte auch in diesem Fach, dass er immer noch konzentriert und freudig bei der Sache ist. Nach der Aufnahme vom ersten Stück bekam er eindeutig Wind von einem weiteren Stück, ließ sich aber problemlos von mir führen und kam direkt zu mir zurück. Stück zwei und drei hatte er schnell gefunden, das vierte Stück hat er sich hart erarbeitet. Auch die anderen beiden Gespanne konnten das letzte Fach erfolgreich abschließen.

Gut gelaunt ging es zurück zum Suchenlokal. Bei der Urteilsverkündung, mußte ich zweimal hinhören: als jüngster Hund des Tages machten wir den Suchensieg mit sagenhaften 271 Punkten. Mit viermal 11 Punkten (in den Fächern Freie Suche, sowie Führigkeit, Arbeitsfreude und Naseneinsatz) konnten wir dieses schöne Ergebnis erzielen. Frau Schlögell betonte, dass „dieser junge Hund eine Granate sei“  und dass er zudem exzellent von seiner Hundeführerin durch die Prüfung geführt wurde. Aber auch die anderen Gespanne konnten mit sehr guten Punkten die Prüfung ablegen. Ich bin mehr als zufrieden mit dem Ausgang. Pitch hat wunderbar konzentriert und entspannt seine Leistung abgeliefert und hat gezeigt, dass er auch in Prüfungssituationen einen klaren Kopf behält.

Hier noch das Punkteergebnis der einzelnen Fächer:
Freie Verlorensuche: 11 Punkte
Wasserfreudigkeit und Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer: 10 Punkte
Spurwille und Sicherheit auf der Schleppspur: 10 Punkte
Standruhe: 10 Punkte
Merken: 10 Punkte
Nasengebrauch: 11 Punkte
Bringen von Nutzwild: 10 Punkte
Führigkeit: 11 Punkte
Arbeitsfreude: 11 Punkte

GESAMT: 271 Punkte

Impressionen der Jugendprüfung (Fotograf *und Daumendrücker* Tom Stolz)

One Comments to “Prüfungsbericht zur Jugendprüfung (JP/R)”
  1. Anette sagt:

    Ganz ganz herzlichen Glückwunsch noch einmal zu der genialen JP/R! Ihr seid ein tolles Team und das habt ihr verdient 🙂 Ich freu mich schon auf den BLP Bericht 😉 Liebe Grüße Anette

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