Schwaben Trophy 2011

PrüfungenPublished Juli 25, 2011 at 11:37 No Comments

Unser erster Start in der Anfängerklasse. Ein wenig (*hüstel) nervös war ich ja doch. In erster Linie deshalb, ob ich Pitch nicht doch zuviel zumute, schließlich sind wir in Sachen Markierungen noch etwas unbeholfen und brauchen hier noch einige Lehrstunden. Flache Wiesen sind diesbezüglich noch so rein gar nicht unser Steckenpferd – es fehlt ihm hier noch an Erfahrung im Annehmen der Tiefe. Da die Schwaben Trophy aber in waldreichem Gelände stattfindet, wagte ich die Meldung und fuhr mit der festen Absicht nach Zusmarshausen, dass ich die Prüfung abbrechen werde, wenn er überfordert sein sollte.
Mit rund 30 Startern am Sonntag war es ein angenehmes, kleines Feld von Teilnehmern, dass von den Richtern Steve Ashby, Rupert Hill, Henk Slijkhuis und Michael Brühl gerichtet wurde. Wir hatten die Startnummer 1. Na toll. Kann man sich jedenfalls nicht ewig aufregen, dachte ich mir. Wir marschierten zu Michael Brühl an den Waldrand. Und…wer hätte es gedacht? Es erwartete mich eine Aufgabe in unserem „Lieblingsbewuchs“ flache Wiese mit knöchelhohem, nassen Gras und natürlich zu der frühen Morgenstunde wenig Witterung, kaum Wind und als Startnummer eins eben auch ohne Fallstellen. Na super. Das fing ja gut an. Man stand auf der Wiese, die rechts vom Wald umgeben war und links von einem Graben mit vielen Bäumen eingegrenzt war. In ca. 35m Entfernung lief eine Art Hecke bis in die Mitte der Wiese. Dort sah man Schütze und Helfer. Es fiel ein Schuss und zunächst flog ein Mark von rechts nach links an den Graben in ca. 50m Entfernung. Anschließend kam ein zweiter Schuss und ein weiteres Mark flog von links nach rechts genau in die Ecke wo Hecke und Wald aneinander stießen. Entfernung hier etwa 35m. Wind kam von rechts, was sich in sofern als problematisch erwies, dass der Hund das linke (schwierigere) Mark exakt markiert haben mußte, denn sonst hatte er wenig Chance auf Wind, ohne Gefahr zu laufen, in den linken kleinen Wald abzudriften. Ich richtete Pitch auf das linke Mark aus. Er ging auch in gerader Linie und war dann in etwa 5-8m zu kurz. Ich hatte mir jedoch fest vorgenommen, ihn nicht auf Markierungen zu händeln, weshalb ich ihn arbeiten ließ. Er driftete kurz in Richtung Helfer ab, fing sich dann aber und ging dann tiefer und arbeitete sich entlang der Leitlinie dann aufs Mark. Das rechte Mark war dann eine Punktlandung, was aufgrund der eindeutigen Ecke, in der es lag auch nicht schwer war. Bewertet wurde streng, aber fair. Wir gingen mit 12 Punkten aus der Aufgabe.

Aufgabe 2 wurde im Wald von Rupert Hill gerichtet, der mit einer Einzelmarkierung in ca. 35m Entfernung auf uns wartete. Die Schwierigkeit lag hierbei, dass die Entfernung zwar nicht weit war, der Hund jedoch ziemlich viel Bewuchs vor der Nase hatte und zunächst durch eine tiefe Senke mußte, bevor er auf der anderen Seite im Bereich der Fallstelle war. Pitch verlor hier die Fallstelle etwas aus dem Kopf und mußte sich auf der anderen Hangseite das Mark erarbeiten. Er blieb aber recht eng im Bereich, so dass ich auch hier nicht eingriff. Die Leistung wurde mit 17 Punkten bewertet.

Steve Ashby hatte die nächste Aufgabe unweit der von Rupert Hill gestellt. Auch hier stand man vor einer (dieses Mal nicht ganz so tiefen) Senke und blickte auf einen Waldhang. Man befand sich auf einer Hasenjagd und in einem zugewiesenen Bereich lagen bereits zwei Dummies im hohen Bewuchs. Zuvor flog jedoch eine Markierung von oben hangabwärts. Entfernung ca. 30m. Ob das Mark oder eines der ausgelegten Dummies geholt werden sollte, war egal. Pitch markierte hier exzellent und brachte zunächst das Mark. Anschließend schickte ich ihn zur Suche. Er lief zunächst zur alten Fallstelle und driftete dann nach links ab, da von dort der Wind kam. Vielleicht hätte ich ihn eher mit voran schicken sollen, aber ich wollte, dass er selbständig arbeitet. Er merkte dann auch, dass er aus dem Bereich heraus war und lief zurück in den alten Fallbereoich, wo er dann zügig Wind bekam und brachte. Hier bekamen wir 18 Punkte.

Henk Slijkhuis hatte sich einen Einzel-Walkup ausgedacht. Hier lief man im Wald zunächst eine Strecke von 15m frei bei Fuss, während der Schütze  parallel in ca. 20m Entfernung links mitlief. Pitch nahm diesen ehrlich gesagt zunächst gar nicht wahr. Es fiel ein Schuss, Pitch brauchte etwas um zu realisieren, dass der von links neben uns kam und sah dementsprechend keine Flugbahn, sondern nur noch das Fallen des Marks. Ich nahm mir Zeit zum exakten Ausrichten und schickte ihn mit Apport. Die Markierung hatte er punktgenau, allerdings bemerkte er nach der Aufnahme den Schützen, der mit seinem langen, grünen Regenmantel unweit des Marks stand und verharrte wie angewurzelt. Ich entschied mich bliztschnell nicht einzugreifen, um Pitch die Erfahrung selber verarbeiten zu lassen. Er muß sich an diese Ablenkungen gewöhnen. Nach drei Sekunden Betrachten des ‚grünen Mannes‘, ergriff Pitch das Weite in meine Richtung. Nach der Abgabe lief man weitere 10m bei Fuss. Es fiel erneut ein Schuss, aber ohne Mark. In einem zugewiesenen Stück in ca. 30m Entfernung (etwa 20m entfernt von der Schussabgabe), lagen drei Dummies, wovon eines geholt werden sollte. Ich hatte etwas Schwierigkeiten, Pitch auszurichten, weil er sich in Richtung Waldschneise orientierte, aber er nahm das voran gut an, war schnell im Suchenbereich und hatte blitzschnell eines der Dummies gefunden und gebracht. 17 Punkte.

Die ersten vier Aufgaben hatten wir somit schnell erledigt. Es folgte eine Mittagspause und anschließend warteten noch zwei Aufgaben, die jeweils von zwei Richtern gemeinsam bewertet wurde. Aufgabe 5 war eine Aufgabe mit zwei Teams, die von Rupert Hill und Michael Brühl gestellt wurde. Hier stand man auf einer Lichtung, vor einem dichtes Brombeer- und Brennesselgestrüpp, etwas weiter links war eine kleine Buchendickung. Es gab insgesamt vier Markierungen (zwei für jeden Hund), die jeweils einzelnd von den Hunden gearbeitet werden sollten. Wir begannen. Unser Mark flog von rechts nach links direkt in gerader Linie vor uns und lag in den Brombeeren in gut 30m Entfernung. Pitch war hier zwar zu kurz, aber er verließ die gerade Linie dieses Mal nicht, sondern blieb auf exakter Linie und arbeitete sich nach hinten. Mein Herz ging auf, denn er schien verstanden zu haben, dass man so schneller zum Erfolg kommt, als wenn man in eine großräumige Suche verfällt. Braver Junge. Es folgte die Markierung für das andere Gespann. Diese flog in die Buchendickung. Sitzenbleiben und artig zuschauen war gar kein Problem. Anschließend wurden die Seiten gewechselt und wir arbeiteten nach der Markierung für das andere Gespann das letzte Mark in den Buchen. Pitch war hier punktgenau und schnell. 19 Punkte.

Noch eine Aufgabe. Sollte unser Ziel, ohne Null zu bestehen, etwa klappen? Gespannt ging es zur letzten Aufgabe von Steve Ashby und Henk Slijkhuis. In ca. 50m Entfernung kam ein Schuss und es flog ein Mark vor einen Haufen mit Ästen und jungen Bewuchs. 5 Sekunden später ein zweiter Schuss und ein zweites Mark in unmittelbarer Nähe, allerdings hinter dem Asthaufen. Zu meiner Überraschung hatte Pitch das zweite (nicht sichtig gefallene) Mark besser auf dem Schirm und zwar punktgenau. Zu meinem Entsetzen lief er jedoch auf dem Rückweg direkt über das zweite Mark, was in gerader Linie auf seinem direkten Rückweg war und ich sah, dass er Witterung bekam. Jetzt doch schnell den Kommpfiff. Pitch gab Gas. Puhhh. Dann erneutes Ausrichten und voranschicken auf das Memory. Henk meinte nur trocken, dass er das ja wohl noch wisse. Gerade Linie, Pick, und zack zurück. Wir hatten bestanden! 20 Punkte.

Um kurz nach 13 Uhr waren wir mit unseren sechs Aufgaben durch. Bei der Siegerehrung konnte ich es dann gar nicht glaube, dass wir 103/120 Punkten und mit einem sechsten Platz nach Hause fuhren durften. Das hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Es war ein toller Auftakt und hat Lust auf mehr gemacht. Pitch war jedenfalls angenehm geschafft und wir werden sicher wieder starten!

 

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