Taubertalcup 2012

PrüfungenPublished April 2, 2012 at 11:06 No Comments

Der erste Workingtest der Saison sollte der Taubertalcup sein. Am Samstag stand Einzelstart auf dem Programm und am Sonntag das Sahnehäubchen: aus den Startern vom Vortag wurden durch eine Losfee am Morgen Teams aus A/F/O Hunden zusammen gelost, die gemeinsam einen Tag im Team starten sollten. Die Idee klang toll, also haben wir gemeldet.

Um es vorweg zu nehmen: am Samstag habe ich es vermasselt! Aber von vorne.

Aufgabe 1: Herwig Deutinger – Markierung mit zwei Geländewechseln

Man stand auf einer seitlich nach rechts abfallenden Wiese, Schütze und Werfer standen am rechten Wiesenrand etwa in 40m Entfernung. Das Dummy sollte nach dem Schuss über die Wiese in den Wald zur linken Seite fallen, so dass der Hund zunächst einen Knick hangaufwärts und einen Feldweg überqueren mußte. Die Fallstelle befand sich im zweiten Hang. Leider flog unser Mark in den ersten Graben, blieb vorher noch gut sichtig im Baum hängen, bevor es zu Boden fiel. Der Richter wies an, dass wir uns nochmal wegdrehen sollten, damit das Dummy eingesammelt werden konnte und die Aufgabe wiederholt werden konnte. Es ging also nochmal los. Schuss – Dummy – dieses Mal fiel es richtig. Ich durfte Pich schicken. Er raste los, zeigte kurz Witterung der ersten Fallstelle an, ging dann aber weiter hangaufwärst. Auf dem Weg verlor er kurz ein wenig die Fallstelle aus den Augen und lief einmal links und rechts auf dem Weg. Dann ging er in den zweiten Hang und hatte das Dummy. 18 Punkte.

Aufgabe 2: Herwig Deutinger – Beschossenes Blind

Aufgabe auf der gleichen Wiese, allerdings in die andere Richtung. In 40m Entfernung sah man am Knickrand einen Schützen stehen. Dieser schoss auf ein Dummy am Boden. Das Blind befand sich hinter dem Geländewechsel zwischen einem Baum und einem Reisighaufen. Pitch ausgerichtet, konzentriert, voran geschickt. Dann meinerseits etwas Verunsicherung, ob er nicht vielleicht doch am Geländeübergang abbricht und den Stopp Pfiff gesetzt. Pitch sass, ich gab den Suchenpfiff. Schnell hatte er das Dummy. Kommentar vom Richter: viel zu früh gestoppt, das Dummy lag weiter hinten. Mein Fazit: ich hätte nur darauf vertrauen sollen, dass der Geländewechsel kein Problem für ihn ist – schließlich kann er das auch im Training. 18 Punkte.

Aufgabe 3: Guy Mattern – Appell

Man lief gemeinsam mit dem Richter ca. 20m frei bei Fuss. Auf Anweisung folgte ein Schuss und es flog eine Markierung auf einen gepflügten Acker. Distanz ca. 15m. Dann drehte man sich leicht von der Fallstelle weg und lief weitere 40m frei bei Fuss hinter einen Knick. Auf Richterfreigabe durfte aufs Mark geschickt werden. Der Richter wollte sehen, dass der Hund durch den Knick lief und nicht die Fusswegstrecke zurück. Pitch hatte hier etwas die Fallstelle aus den Augen verloren (ich hätte vielleicht doch mal einen Appell mit ihm üben sollen). Die Fussarbeit war dafür absolut sauber – die Arbeit über den Winter hat sich gelohnt. 19 Punkte.

Aufgabe 4: Guy Mattern – Standtreiben mit anschließender Suche

Im Wald stand man mit dem zunächst angeleinten Hund. In ca. 15m Tiefe wurde auf einem markierten ca. 15x20m großen Areal ein Treiben veranstaltet, bei dem aber keine Dummies geworfen wurden. Schütze und Treiber trieben lediglich durch das Gebiet. Nach dem Treiben drehte man sich mit dem Hund um, ging drei Schritte Fuss, drehte den Hund wieder. Dann sollte der Hund abgeleint werden, man sollte die drei Schritte wieder Fuss laufen und dann nach Freigabe den Hund in die Suche schicken. Guy wollte sehen, dass der Hund in dem markierten Gebiet blieb. Nun war guter Rat teuer! Für eine Suche unter der Hand war es zu weit weg und zu groß, für die große Suche zu nah dran und zu klein. Ich beging einen Fehler und schickte Pitch in die große Suche, anstelle ihn voran in das Suchengebiet zu schicken und dann den Suchenpfiff zu geben. Pitch schoss jedenfalls auf mein Suchkommando los: Juhuuuuu suchen – er liebt es und war dementsprechend viiiiel zu weit und zu großräumig unterwegs. Es kostetet mich einige Mühe ihn in dem zugewiesenen Gebiet zu halten. Die geforderten zwei Dummies fand er zwar, aber im Sinne des Erfinders äh Richters war das nicht so ganz. 10. Punkte. Merke: sei flexibler in deiner Denkweise! Hätte ich ihn voran geschickt und den Suchenpfiff im Gebiet gegeben, wäre sicher alles in Butter gewesen. Lektion gelernt!

Aufgabe 5: Ronald Pfaff – Markierung mit anschließender kleiner Suche

Man stand am Fusse eines Hügels und sah in ca. 30m hangaufwärts den Schützen stehen. Es fiel ein Schuss und das Dummy flog von links nach rechts leicht nach hinten. Flugbahn 3/4 sichtig, Fallstelle durch die Hanglage nicht. Nach Freigabe durfte das Mark gearbeitet werden, anschließend sollte man sich um 180 Grad drehen und den Hund in eine kleine Suche in ca. 15m Tiefe schicken. Das Suchengebiet lag in ca. 10m als ein kleines Moosbecken hangabwärts vor einem. Das Mark war kein Problem, als Pitch auf dem Rückweg war, drehte ich mich in die andere Richtung. Abgabe,  dann schickte ich ihn mit voran in das Suchengebiet und gab den Suchenpfiff. Man lernt ja aus seinen Fehlern. Pitch nahm die Nase sofort runter, wollte kurz aus dem Suchengebiet raus, Kommpfiff und wieder Suchenpfiff. Er hatte das Dummy. Aus meiner Sicht schöne Arbeit. Fand der Richter wohl auch. 20 Punkte.

Aufgabe 6: Ronald Pfaff – 2 Einzelmarkierungen mit Fussarbeit

Man stand auf einem Weg mit Blickrichtung auf einen Wald in ca. 40m Tiefe. Vor dem Wald standen Schütze und Werfer. Die Markierung flog vor eine Kiefer. Es folgten 5m Fussarbeit und anschließend die Freigabe zum Apport. Das Mark hatte Pitch auf den Punkt. Fussarbeit war auch sauber. Nach der Abgabe gab es eine zweite Markierung zur linken Seite. Auch das Mark hatte Pitch auf den Punkt markiert. 20 Punkte. Ein schöner Abschluss des Tages! Mein Kleiner lief zum Ende hin nochmal zur Hochform auf.

Schlussendlich wurden es 105/120 Punkte und damit ein sehr gut. Die Punkte aus dem Einzelwettbewerb wurden übrigens nicht am Abend des ersten Tages verkündet, sondern erst am Sonntag Abend. Somit war auch unklar, wie welches Gespann abgeschnitten hatte. Sonntag Früh ging es dann mit der Zusammenlosung der Teams weiter. Wir wurden einem reinen Damen-Team zugelost, bestehend aus Sabine Wehle mit ihrem Labrador Gustav und Elisabeth Kunst mit ihrem neunjährigen Labrador Caspar. Drei Damen und ihre drei Rüden – eine sehr sympathische Zusammenstellung und wir hatten im Laufe des Tages viel Spaß zusammen.

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Aufgabe 1: Herwig Deutinger – 3 Einzelmarkierungen (zwei nach vorne, eine nach hinten)

Das Team stand auf einer Wiese, die in ca. 20m Entfernung durch einen beginnenden Knick begrenzt wurde. An diese Knick stand in ca. 60m ein Schütze. In ca. 60 Grad stand rechterhand auf der benachbarten Wiese ebenfalls ein Schütze. Distanz ca. 40m. Auch dieser wurde durch einen Knick begrenzt. Drehte man sich um 180 Grad stand auf 180m ein weiterer Schütze. Zunächst fiel das Mark für den F-Hund, anschließend das Mark für den A-Hund und zu guter Letzt das Mark für den O-Hund. Der A-Hund holte das Mark zuerst und durfte dann zurücktreten. Es folgten die Retrieves von F und O Hund. Pitch brauchte ein etwas schärferes Fuss, weil er sich voll auf das F-Mark ausgerichtet hatte, frei nach dem Motto: das rechts liegende Mark kann gar nicht für mich sein. Ich gab ihm ausreichend Zeit zur Konzentration auf sein Mark, welches er dann punktgenau hatte. Auch der F- Hund war punktgenau. Der O-Hund lief etwas zögerlicher, aber letztlich auch auf den Punkt. 19/20/17 Punkte.

Aufgabe 2: Guy Mattern – 2 Einzelmarkierungen und ein Blind

Das Team stand auf der Wiese, auf der am Tag zuvor Ronald Pfaff die Aufgabe 6 richtete. Wir blickten wieder auf den Wald. Das erste Mark flog für den F-Hund in den Wald, dann folgte das Mark für den A-Hund vor den Wald. Das Blind lag links in Waldnähe – Wind kam von links, d.h. die ideale Linie für den O-Hund wäre ein Stück durch den Wald gegangen.
Der A-Hund arbeitete das Mark erneut zuerst. Aufgrund einer Bekanntschaft mit einer Nessel in der Wartezone, war Pitch nur leider SEHR übel, so dass er Gras fressender Weise nicht markierte. Ich sah zwar, dass er den Fall vom F-Mark im Wald wahr nahm, aber sein Mark hatte er nicht wirklich auf dem Schirm. Augen zu und durch! Ich schickte ihn zum Apport – er wollte in den Wald. Stopp. Suchenpfiff. Nase ging in den Dornenbusch am Wald. Wieder Stopp. Erneuter Suchenpfiff, dann hatte er Witterung. Puhhhh. Unser F- Hund wurde geschickt und kam schnell mit Dummy wieder zurück und auch unser O Hund arbeitete zuverlässig sein Blind. 18/17/20 Punkte. Zum Glück erholte sich Pitch nach der Aufgabe zügig von seiner Übelkeitsattacke, so dass unser Team weitermachen konnte.

Aufgabe 3: Ronald Pfaff – 3 Einzelmarkierungen, anschließend ein Einzelmark für den A Hund sowie eine Suche für den F und O Hund

Eine laaange Wiese, die rechts durch einen Wald abgegrenzt wurde. Davor war ein Graben und ein Feldweg. Links wurde die Wiese mit einem Knick begrenzt. Für jeden Hund gab es zunächst eine Einzelmarkierung, die in der Reihenfolge A-F-O gearbeitet wurde. Alle drei Hunde hatten ihre Markings auf den Punkt. Im Anschluss drehte man sich um 90 Grad in Richtung Wald, wo zunächst ein Mark für den A Hund fiel. Das Trickreiche an der Aufgabe lag darin, dass das Mark hinter einen Reisighaufen fiel und dieser Reisighaufen unweit unter das angrenzende Suchengebiet für den F und O Hund fiel. Ging der Hund auf das Mark zu tief, bestand die Gefahr, dass er Witterung von den Dummies aus der Suche bekam. F und O Hund durften wahlweise geschickt werden, abet zunächst musste Pitch das Mark arbeiten. Ich bereitete mich innerlich auf den Stopp-Pfiff vor, für den Fall, dass er ins Suchengebiet abdüsen wollte. Benötigt haben wir ihn allerdings nicht, denn das Mark arbeitete er perfekt. Anschließend holte unser F Hund ein Dummy aus der Suche und dann der O Hund. Dem Richter gefiel wohl unser Damenteam und wir wurden mit 20/20/18 Punkte belohnt.

Aufgabe 4: Guy Mattern und Ronald Pfaff – Kleine Suche in einem undurchsichtigen Suchengebiet.

Man stand vor einem Wald, der sich durch sehr unwegsames Suchengebiet auszeichnete. Es fielen zunächst zwei Schüsse, anschließend durften die Hunde frei gesetzt in die Suche geschickt werden. Wir entschieden uns für die Reihenfolge A-F-O und A-O-F. Wohl nicht mehr 100%ig konzentriert machten wir den Fehler, unsere Hunde viel zu schnell zu schicken (dabei hatten wir im Vorfeld noch gesagt, dass wir gaaanz ruhig machen wollen :-). Das führte dann dazu, dass der F- Hund geschickt wurde, bevor ich Pitch wieder ganz unter meiner Kontrolle hatte. Für eine Sekunde wollte er dem F Hund hinterher laufen, machte aber sofort kehrt, als er merkte, dass er gar nicht dran war. Das wirkte sich natürlich auf die Punkte aus und so blieben noch 14/20/18 Punkte.

Bei der abendlichen Siegerehrung landete unser Team auf dem 6. Platz – worüber wir uns sehr gefreut haben. Allerdings war die Platzierung völlig nebensächlich, denn der Tag an sich war schlichtweg klasse: tolle Stimmung unter den Teilnehmern und man lernte Leute und Hunde kennen, die man sonst wohl eher nicht so kennen gelernt hätte. So hoffe ich sehr, dass sich das Konzept auch in Deutschland durchsetzen wird!

 

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