Schäufele-Cup 2012

PrüfungenPublished Mai 23, 2012 at 10:33 2 Comments

Der Trainingsworkingtest Schäufele-Cup war 2011 Pitch und mein allererster Workingtest überhaupt. Das Gelände ist abwechslungsreich und anspruchsvoll und so folgten wir auch dieses Jahr der Ausschreibung und meldeten todesmutig diesen Trainingstag in der Startklasse F. A starten wir schließlich bereits und so ein Trainingsworkingtest bietet eine gute Gelegenheit, mal seinen Leistungsstand zu überprüfen. In der Woche zuvor beschlichen mich dann doch arge Zweifel: kann Pitch das schon? Überfordere ich ihn? Hat er verstanden, was rechts/links/back ist…? Ich beschloss, dass ich es darauf ankommen lasse und behielt im Hinterkopf, dass ich im Zweifel jederzeit die Möglichkeit habe, ins Gelände zu marschieren und ihm zu helfen.

Wir kamen pünkltich am Samstag um 8 Uhr am Parkplatz an und trafen auch sogleich auf bekannte Gesichter. Die Stimmung war, wie auch im Jahr zuvor, sehr angenehm und es wurde im Vorfeld bekannt gegeben, dass ein offenes Richten stattfinden wird, damit man seine Fehler auch erkennt und ggf. nachfragen kann. Sehr sympathisch, wie ich fand.

Aufgabe 2: Karin Kraus – Markierung in sumpfiges Tal und Blind im Wald
Zunächst ein Schuss ca. 10 Uhr in einer sumpfigen Senke, wo ein Dummy in moorastiges Gestrüpp fällt. Anschließend ein Schuss auf 2 Uhr. In ca. 40m liegt dort ein Blind. Dieses zuerst, anschließend das Mark.

Pitch markiert gut, anschließend drehe ich mich Richtung Schuss des Blinds. Nach Freigabe schicke ich ihn voran, er geht supergerade in Richtung Blind, ich gebe den Suchenpfiff. Er beginnt zu suchen, bekommt aber Witterung von den Dummies einer der Helferinnen (hat man mir nach der Aufgabe gesagt). Als er merkt, dass das nicht das gesuchte Dummy sein kann, hole ich ihn ein wenig vor. Stopp-Pfiff – er sitzt. Konzentration und einmal links schicken, nochmals Suchenpfiff. Er hat! Ich drehe mich direkt zum Mark und schicke ihn. Er pickt es auf den Punkt. Puhhh, war ich erleichtert. Feedback an mich: ich soll viel früher reagieren, wenn er an der falschen Stelle ist. Ich gestehe mir ein, ihm noch nicht so richtig vertraut zu haben und nehme mir vor, bei der nächsten Aufgabe schneller einzugreifen. Die Arbeit wurde mit 16 Punkten bewertet.

Aufgabe 3: Daniel Reichelt – Markierung in einen Graben und Blind über einen Graben in den Wald
Im Wald schlängelt sich ein Graben. Der Schütze steht vor einem und gibt in Richtung 12 Uhr einen Schuss ab, dann dreht man sich ca. auf 3 Uhr und der Schütze gibt erneut neben einen einen Schuss ab, bei dem Ein Dummy in den Graben geworfen wird. Zunächst ist das Blind auf 12 Uhr zu arbeiten. Gelände leicht abschüssig und der Hund muss durch den Graben. Distanz ca. 30m zum Blind. Anschließend das Mark im Graben.

Unser Blind wird beschossen und Pitch fixiert sich so sehr auf diesen Schuss, dass es mir etwas schwer fällt, ihn in Richtung Schuss zwei zu drehen (ich merke nun deutlich, dass wir einfach zu selten mit Schuss trainieren – eigentlich gar nicht. Notiz für meinen Trainingszettel). Nach dem Mark drehe ich mich wieder in Richtung Blind und schicke ihn nach Freigabe voran. Er geht gerade über den Graben, fällt dann minimal mit dem Gelände etwas nach rechts ab. Ich habe dazu gelernt und stoppe ihn sofort. Er sitzt brav und ich schicke ihn nach links zum Blind. Er führt es brav aus, und nimmt auf meinen Suchenpfiff die Nase runter. Ich höre im Hintergrund Daniel sagen: er muss noch weiter vor, aber ich sehe, dass Pitch bereits Witterung hat und lasse ihn arbeiten. Anschließend das Mark. Ich schicke ihn mit Apport und obwohl er fast auf den Punkt läuft, vertraut er sich dann nicht und läuft über den Punkt hinweg. Ich reagiere viel zu spät und muss folglich händeln. Komm-Pfiff, er kommt, ich setze den Suchenpfiff zu früh, er wird großräumig und läuft aus dem Graben nach rechts raus. Mist. Stopp-Pfiff und links (wie gut, dass wir die Woche davor ausschließlich links geübt haben :-)). Er geht wieder in den Graben und hat. Für das Blind werden wir gelobt: bisher die beste Arbeit an dieser Teilaufgabe, für das Mark bekomme ich das Feedback (mal wieder) zu spät eingegriffen zu haben. Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung hervor bringen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass er diese popelige Markierung nicht auf den Punkt holt. Vermerke auf meiner Trainingsliste: verstärktes Arbeiten von Memory Marks. Für das Blind bekommen wir volle Punktzahl, für das Mark noch gnädige 3 Punkte – macht 13 Punkte.

Aufgabe 4: Rainer Kern – Blind über zwei Geländeübergänge und Markierung über einen Geländewechsel
Ein tiefer, steiler Graben schlängelt sich durch den Wald. Man steht vor diesem Graben und zunächst fällt ein Schuss in ca. 50m Entfernung auf einem steilen Hügel. Dort wird eine Markierung hinter die Kuppe geworfen. Dann folgt ein weiterer Schuss im 45 Grad Winkel auf einen anderenm Hügel. Schütze ist. u.U. von Bäumen verdeckt (je nachdem, wo man stand). Das Blind hier liegt in ca. 60-70m (?). Der Hund muss also erst durch diese Schlucht, dann schräg durch den Wald, nochmals durch eine Senke auf den Hügel. Anschließend das Mark.

Holla die Waldfee! Erneut ereilt uns das Defizit, zu selten mit Schuss zu arbeiten. Pitch ist so sehr auf die Markierung des ersten Schusses fixiert, dass er nicht einmal ansatzweise in die Richtung des zweiten Schusses schaut. Mist, da auch der Schütze natürlich nicht mehr zu sehen ist und keinen Anhaltspunkt für uns bietet. Aus dem beschossenen Blind wird für uns ein Vollblind. Selber schuld. Ich nehme mir Zeit, um Pitch auf das Blind zu konzentrieren und schicke ihn voran. Er geht gut über den Graben, läuft auch zunächst richtig auf der anderen Seite des Grabens weiter und driftet dann aber in Richtung Dickung ab. Ich gebe den Stopp-Pfiff, bin aber unsicher und folglich viel zu zaghaft. Pitch kommt aus Unsicherheit näher heran. Dieses Mal gebe ich den Stopp-Pfiff energischer. Er nimmt ihn an. Ich schicke ihn rechts, er läuft los und erinnert sich an das Mark, da der Fixpunkt für ihn nun in gerader Linie liegt. Erneut ein energischer Stopp-Pfiff von mir. Er sitzt, ich schicke ihn mit meinem linken Arm ‚back‘. Er dreht, läuft voran ich pushe nochmal verbal am nächsten Geländeübergang und er läuft sicherer weiter und bekommt Wind vom Blind. Vor Freude bin ich erst einmal gehüpft. Ich richte ihn nach der Abgabe auf das Mark aus und schicke mit Apport. Irgendwie hat das Handling auf das Blind ihn aber doch die Markierung vergessen lassen und ich muss ihn stoppen und nochmals Back schicken. Er erinnert sich und holt das Mark. Feedback von Rainer: selbstsicherer in meinem Handling werden, pfeife ich unsicher, dann klingt es mehr wie eine Bitte denn wie ein Kommando. Ansonsten soll ich weiter am Aufbau arbeiten, der Hund würde das toll machen, den Rest bringt die Erfahrung auch bei den Memory Marks. Für das Blind bekommen wir 6 Punkte, für die Markierung 5 Punkte macht also 11 Punkte.

Aufgabe 5: Karsten Lemke – zwei Markierungen ins Wasser mit Appell
Man läuft frei bei Fuss auf einem Sandweg, links von einem ca.15m waldiges Gestrüpp, dahinter Wasser. Man sollte laufen und hinter einem passierten ’nette Sachen‘. Zunächst kam ein Schuss von der anderen Uferseite und ein Mark flog ins Wasser. Man ging dann ca. 10m weiter und ein zweiter Schuss fiel (inzwischen war man am offenen Teich angekommen). Weiteres Fusslaufen. Dann stoppen. Das eine Dummy lag nun genau ein einer Schneise zwischen Teich und zweitem Wassergebiet, das zuerst gefallene Mark dahinter war nicht sichtbar. Klare Anweisung war, zuerst das zweite Mark zu holen, anschließend das erst gefallene.

Ich laufe langsam los und wundere mich, wo Karsten bleibt, aber der ruft nur von hinten, dass ich doch bitte etwas schneller laufen soll. Also etwas flotter. Es fällt der erste Schuss und die Markierung fliegt mit einem Platsch in den ersten Teich. Wir laufen weiter, der zweite Schuss fällt, Pitch schaut mal wieder nicht richtig hin. Super *stöhn. Wir laufen weiter und drehen uns auf Karstens Anweisung hin in Richtung zweites Mark. Ich schicke Pitch mit voran ins Wasser, er geht auch brav gerade rein, beginnt zu schwimmen, wird dann aber unsicher und dreht ab in Richtung Ufer. Ich lasse ihn an Land kommen, stoppe ihn und schicke Back. An der Landzunge ein erneutes Stopp und ein ‚rechts‘ auf den Teichübergang. Etwas unkonventionell, aber Hauptsache er findet. Anstatt ihn erneut auf diesem Wege zum zweiten Mark zu schicken, mache ich den Fehler und setze ihn erneut so an wie beim ersten Mark. Irgendwie hatte ich die Hoffnung, da er nun einmal in den Bereich war, dass er Vertrauen hat und den Weg schwimmend schafft, denn dann hätte ich ihn nur einmal ‚back‘ auf Höhe des zuerst geholten Dummies schicken müssen. Aber das Selbstvertrauen reicht nicht aus und so geht es wieder nur über den Landweg. Im zweiten Teich angekommen, entspanne ich mich und unterhalte mich mit Karsten, bis wir uns wundern, wo der Hund bleibt. Die Helfer signalisieren uns, dass Pitch auf einen Stock zu geschwommen ist und somit doch noch nicht hatte. Pitch steht derweil auf der anderen Seite der Landzunge und wedelt wartend. Ich pfeife also erneut ins Stopp und schicke ihn nach links in den zweiten Teich. Er scheint vertstanden zu haben, dass meine Anweisungen für ihn eine Hilfe sind und rennt artig zurück in Richtung Teich. Wenige Sekunden später hat er und kommt zurück. Ich freue mich wie doof. Feedback von Karsten: man merkt, dass wir selten Wasser trainieren, aber er wäre beeindruckt, wie führig der Hund in seinem Alter bereits sei. Wir bekommen 10 Punkte.

Aufgabe 1: W. Köhler – Treiben + Markierung + Blind
Man geht frei bei Fuss mit dem Richter zur linken Seite etwa 15m durch den Wald, während links von einem ein Treiben stattfindet. Es fallen Schüsse, aber keine Dummies. Nach 15m Stopp, dann fällt auf 1 Uhr in ca. 30m im Wald eine Markierung mit Schuss. Diese wird zuerst gearbeitet. Anschließend wird ein Dummy aus dem Treibengebiet geholt, welches ca. 20m in der Tiefe liegt und ca. 10x15m groß ist. Anschließend kommt auf 12 Uhr in ca. 50m Tiefe ein Schuss. Dort ist dann noch ein Blind zu holen. Winkel von der zuvor geholten Markierung etwa 30 Grad.

Eine vierteilige Aufgabe, denn es werden Suche, Mark, Blind sowie Fussarbeit beurteilt. Gemeinsam mit Wolfgang laufen wir los, Pitch geht schön bei Fuss, das Treiben zu seiner Linken interessiert ihn nicht so wirklich, er schaut zwar in Richtung Schuss ganz kurz, aber konzentriert sich auf das Laufen neben mir. Am Startpunkt angekommen, fällt der Schuss mit der Markierung. Ich schicke nach Freigabe und Pitch hat auf den Punkt, als er auf dem Rückweg ist, drehe ich mich in Richtung Suchengebiet und Pitch weiß im Grunde bereits, was los ist. Ich konzentriere ihn aber und schicke ihn voran ins Suchengebiet, im Gebiet gebe ich den Suchenpfiff und er bekommt sofort Wind vom Dummy. Nun noch das Blind. Der Schuss fällt, ist aber schwer zu lokalisieren, da der Schall nach hinten in den Wald getragen wird. Ich richte Pitch aus, schicke ihn voran. Er rennt los, in 15m Tiefe erinnert er sich an den Markierpunkt und will abdriften. Ich pfeife ihn ins Stopp und schicke mit linker Hand ‚Back‘. Er hat verstanden was ich von ihm möchte und rennt in gerader Linie hangabwärts. Suchenpfiff im Gebiet und nach einiger Suche hat er auch das Blind. Innerlich jubel ich. Er hat zum Schluss nochmal alles gegeben und die Arbeit wird mit 19 Punkten belohnt.

Insgesamt habe ich einen guten Eindruck davon gewinnen können, dass wir auf einem guten Weg sind, aber noch längst keine wirkliche F-Reife haben. Wir benötigen noch einiges an Sicherheit und Aufbau und besonders öfter Training mit Schuss. Ich bin super zufrieden mit der Leistung, denn Pitch war den gesamten Tag in den Aufgaben führig und in den Pausen entspannt. Sicherlich trägt Letzteres auch dazu bei, dass er in den Aufgaben selber deutlich mehr Konzentration hat, also noch vor einigen Monaten.

 

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2 Comments to “Schäufele-Cup 2012”
  1. Birgit und Bente sagt:

    Hallo Ihr 2, das hört sich ja richtig gut bei Euch an.Ich finde es immer gut, wenn ich auf so eine Art und Weise merke, dass wir auf einem guten Weg sind. Und so hört es sich ja bei Euch an. Glückwunsch !!
    Und die Story mit dem Gerücht ist der Knaller….was dieser Hund so alles kann…und dann noch die Leute, die sowas weiterverbreiten…aber es gibt ja nichts, was es nicht gibt.
    Hoffe, wir sehen Euch bald wieder !
    Bis dahin LG von Birgit und Bente

    • Nele sagt:

      Hallo ihr beiden, danke fürs Feedback. Der Lütte war wirklich brav, aber zur echten F fehlt dann doch noch ein wenig, vor allem Erfahrung. Wir bleiben also weiterhin brav in A dieses Jahr. Hoffe, wir sehen uns bald wieder – für euch ist sicher Zeit für die F. Ganz lieben Gruss!

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