NCT 2012

PrüfungenPublished Juli 24, 2012 at 07:39 No Comments

Wir konnten uns für die Newcomer Trophy 2012 qualifizieren und so ging es Ende Juli ins Sauerland auf den Klaukenhof. Ein traumhaftes, sehr anspruchsvolles Gelände erwartete uns und es galt an diesem Tag sechs interessante Aufgabe zu arbeiten. Wir begannen mit Aufgabe 4 bei Eveline Schlösser.

Aufgabe 4 Eveline Schlösser: Man steht auf einem steilen Berg mit Blick ins Tal. In 70m Entfernung im Tal fällt ein Mark in gerader Linie, aber vor die Werfer. Die Entfernung betrug in etwa 50m. Zuerst soll aber ein Dummy aus einem sehr kleinen Suchengebiet in 180 Grad geholt werden. Der Hund sollte das Gebiet nicht verlassen. anschließend das Mark im Tal. War der Hund zurück, gab es ein weiteres Mark, allerdings 20m in gerader Linie hinter dem ersten. Freigabe dauerte hier SEHR lange. Weiteres Problem: die Nachbaraufgabe Nummer 6 lag rechts von einem, d.h. der Hund hatte u.a. auf dem Rückweg noch eine nette Verleitdoublette.

Für uns ein perfekter Start. Pitch markierte das erste Dummy gut, ließ sich anschließend brav in Richtung Suchengebiet drehen. Ich schickte ihn mit voran ins Gebiet und gab den Suchenpfiff. Er blieb super in dem Gebiet und fand schnell. Anschließend drehten wir uns aufs Mark und schickten nach Freigabe. Die Markierung hatte er auf den Punkt. Das zweite Mark beobachtete er aufmerksam. Ich war dann kurzfristig unsicher, ob ich irgendwie die Freigabe verpasst hätte, wartete aber nach Blick zur Richterin einfach ab. Dann durfte ich schicken. Das Mark hatte er ebenfalls auf den Punkt. Als er auf dem Rückweg war, fiel aus Auzfgabe 6 der Schuss für deren Markierung, Pitch schaute nach rechts, lief aber weiter gerade zu mir. Besser konnte der Start nicht sein. es gab 20 Punkte.

Weiter ging es zur Bibberaufgabe des Tages. Aufgabe 5 Christian Schlögell: 2 Hunde, man wusste nicht was passiert. In dem Augenblick, wo die Hunde abgeleint werden, kommen von rechts zwei Schüsse. Der erste Hund sollte dann mit dem Richter 5m mitkommen und den Hund in die kleine Suche schicken. anschließend wurde der andere Hund geschickt. Alles auf sehr engen Raum!!! Dann sollte der erste Hund wieder mitkommen. Man ging ein paar Meter vor auf einem Trampelpfad und in 65-70m Entfernung fiel ein Schuss am Waldrand. Der Schütze war allerdings verdeckt. Gelände hammerschwer, mit schlängelndem Weg. Voher sollte man aber noch ein Dummy selber holen, was 5m vor einem lag. Der andere Hund sass derweil 3m rechts vor einem mit Blickrichtung 90 Grad. Der erste Hund sollte also an ihm vorbei geschickt werden und das Mark holen. Anschließend fiel links ein Schuss in hüfthohen Distelbewuchs mit Büschen. Witterung sauschwer. Das Mark holte zuerst der andere Hund. Dann Positionstausch und das Ganze nochmal.

Irgendwie war ich etwas verwirrt, weil man nie so genau wußte, wo man jetzt genau stehen soll und was dann passiert. Da wir der erste Hund waren, war es quasi Neuland. Gut war, wenn der Hund einfach gut am Fuss war, denn dann konnte man sich selber auf die Aufgabe konzentrieren. Ich hatte gerade die Leine über Pitchs Kopf gezogen, da ging es schon mit den zwei Schüssen von rechts los. Wir durften das erste Dummy aus dem Suchengebiet holen. Pitch fand schnell und blieb auch gut klein im Bereich. Anschließend wurde der Hund des anderen Teams geschickt. Auch der fand schnell. Wir durften weiter mit vor kommen und unser Mark im Wald fiel. Ich war mir sicher, dass Pitch gut markiert hatte und holte nach Richteraufforderung das Dummy 5m vor mir selber, bevor ich ihn nach Freigabe schickte. Aber irgendwie lief Pitch nicht super sicher aufs Mark, er überschoss ein wenig, ließ sich von irgendwelchen anderen Gerüche ablenken und benötigte Unterstützung, durch die er dann auch fand. Artig wartete er, während das andere Gespann das Mark von links arbeitete, dann wiederholten wir den Ablauf. Auch bei unserem zweiten Mark hatte er leichte Probleme – er prallte wie an einer Wand an einem Busch ab und arbeitete sich dann aber zum Mark. 13 Punkte brachte diese Arbeit.

Es folgte Aufgabe 6, die ich unter dem Punkt Erfahrung abhaken. Aufgabe 6 Heike Reichelt: Doublette auf die Wiese Distanz ca. 50m mit Geländeübergang, da man selber im Wald stand. Anschließend umdrehen und ein weiteres Mark in dicke, fette Tannenschonung, wo man den Hund null sehen konnte. Auch hier hatten einige Hunde auf dem Rückweg eine Verleitung durch Schuss/Mark aus Aufgabe 4.

Pitch hatte die Doubletten beide auf den Punkt. Da war ich sehr zufrieden. Auch hier hatten wir auf dem Rückweg des zweiten Marks die Verleitung aus Aufgabe 4, die Pich sehr lange beobachtete, aber er kam dann brav. Anschließend drehten wir uns Richtung Tannenschonung und warteten auf das Mark. Nach Freigabe schickte ich ihn, er lief auf geradem Weg in die Schonung und sah ihn nicht mehr. Anscheinend ist er auf der falschen Windseite am Mark vorbei, denn er blieb eine zeitlang nicht sichtig. Ich wartete, bis er in meinem Sichtfeld war und er mich auch sehen konnte und stoppte ihn. Anschließend schickte ich ihn nach links und stoppte ihn erneut direkt vor mir, um ihn Back zu schicken. Er führte das auch aus und dann passierte es: er lief zuerst Back, aber plötzlich zog es ihn in Richtung Schütze. Ich dachte noch: der hat da doch kein Dummy liegen??? Da er eh zu weit von der Linie weg war, stoppte ich ihn, was er auch tat, aber leider bereits mit einem Dummy im Fang. Dieses lag frei vor den Füssen des Helfers. Der Richterin tat es sehr leid, es sei so nicht beabsichtigt gewesen, aber das wäre leider eine Null, da es sich nicht um das Mark handelte. So schnell kann das gehen. Hätte ich gewusst, dass dort ein Dummy liegt, hätte ich ihn gehändeln können, so aber hat Pitchs Nase genau das gemacht, was ich ihm beigebracht habe: laufe in die Richtung, die ich dir angebe, bis du Witterung bekommst. Immerhin weiß er nicht, dass es eine Null war und Erfolg hatte er auch. Als Feedback bekamen wir noch, dass ich gleich einen Suchenpfiff beim Waldmark hätte geben sollen. Allerdings hatte ich den bewusst nicht gsetzt, weil man den Hund ja nach wenigen Metern schon nicht mehr sehen konnte und folglich gar nicht wußte, ob er im Bereich der Markierung war.

Dennoch etwas geknickt liefen wir zur Aufgabe 1 ins Tal bei Ronny Michels: 2 Hunde auf einer Wiese. Der Bewuchs war ca. 15-20cm hoch und sehr nass. In ca. 50m steht rechts ein Schütze und wirft ein Mark hinter eine Kuppe. Dann kommt links am Waldrand ein weiteres Mark ca. 70 Grad Winkel, aber es liegt hangabwärts und zieht die Hunde, wenn sie von der Ideallinie des ersten Marks abweichenb. Rechter Hund arbeitet zuerst das gerade Mark, der linke Hund das am Waldrand. Anschließend das ganze nochmal ohne Positionstausch. Was ich nicht wusste: hier waren bereits viele Hunde mit einer Null betitelt, weil der Richter nur wenig Handling zuließ.

Wir bekamen zuerst das gerade Mark und waren also das rechte Gespann. Pitch lief in gerader Linie Richtung Markierung, hängte sich dann etwas auf der Kuppe auf (hier hatten bereits viele Hunde zuvor gesucht und das war dann natürlich eine Art Duftbremse). Ich wartete aber nicht lange, sondern stoppte ihn, um nicht Gefahr zu laufen, dass er auf das linke Mark läuft. Er stoppte sofort, ich schickte Back und er hatte. Unser Teampartner fand ebenfalls schnell. Dann das Ganze nochmal. Dieses Mal hatte Pitch das Mark auf den Punkt. 16 Punkte.

Es ging wieder bergauf (Bauch-Beine-Po-Programm gab es an diesem Tag gratis). Aufgabe 2 bei Stephan Steidl. Mark in ca.70m Entfernung am Ende der Wiese. Dann kam aber 15m unten ein Ruf: Hier muss noch ein kranker Fasan nachgesucht werden. Man ging dann mit dem Hund runter zum Helfer und schickte den Hund in ein kleines Suchengebiet. Anschließend das Mark von dort aus. Das Gelände sah von dort aus komplett anders aus mit hohen Bodenwellen und nach links abfallendem Gelände.
Mir fehlte etwas die Motivation und da mein Hund irgendwie mein Spiegelbild war, war er auch nicht 100% auf der Höhe. Das merke ich mir für das nächste Mal, dass ich ihn nochmal ein bißchen vor einer Aufgabe aufbaue. Ich stellte mich in Richtung Mark, Pitch war auch korrekt am Fuss ausgerichtet, blickte aber stur in Richtung Fasanensuchengebiet und bekam das Mark nicht mit. Mist. Ich konnte mir das nur so erklären, dass er durch die Verleitungen aus Aufgabe 4 und 6 den Schuss nicht zu seiner Aufgabe zugeordnet hatte. Der Schuss hallte etwas leise, aber egal. Wir liefen die paar Meter hangabwärts und ich schickte ihn in die Suche. Er fand schnell. Anschließend umdrehen, konzentrieren und Voran schicken. Er lief gut gerade, wurde auf der Hälfte unsicher. Ich stoppte sofort und schickte Back. Er lief genau in das Fallgebiet rein, ich hatte aber selber leicht vergessen, wo genau das Mark lag und gab den Suchenpfiff. Er suchte, fand nicht, lief aus dem Gebiet raus. Ich ließ ihn kurz machen, da ich ihn von meiner Position aus eh nicht sehen konnte. Als er wieder in den Fallbereich kam, nochmal Suchenpfiff und endlich hatte er. Die Lösung der Aufgabe fand der Richter wohl nicht so schön. Es blieben magere 4 Punkte, obwohl Pitch alle meine Pfiffe befolgte.

Noch eine letzte Aufgabe. Aufgabe 3 bei Dirk Volders: Standtreiben mit 2 Hunden. Erst wird rechts in 20-25m Tiefe getrieben, es fallen dort zwei Marks nach einem Schuss(teilweise nicht sichtig), Dann wird weiter getrieben und es fallen links zwei Marks. Der rechte Hund holt zuerst rechts, dann der linke Hund links. Eindeutige Anweisung, den Hund nicht in das andere Gebiet zu lassen (Winkel war sehr eng!). Danach wurde der linke Hund zuerst nach rechts geschickt und der rechte Hund nach links.
Pitch ist der rechte Hund und findet schnell sein Mark im rechten Gebiet. Der andere Hund findet ebenfalls schnell und wird erneut geschickt. Pitch sitzt derweil ruhig und artig am Fuss. Nachdem der anderen Hund zurück ist, schicke ich Pitch gerade ins linke Gebiet, er driftet leicht nach rechts ab. Ich stoppe ihn und schicke links. Er bekommt Wind und bringt das richtige Dummy. 16 Punkte und die Rückmeldung, noch schneller den Hund zu stoppen, wenn er abdriftet.

Fazit: es war eine echte Junghundemeisterschaft. Knackige Aufgaben, es bestanden von knapp 50 Hunden nur 16 die Prüfung. Der Tag war trotz Null eine tolle Erfahrung, es gab kaum Wartezeiten und den jungen Hunden wurde in Sachen Konzentration und komplexer Aufgabelösung sowie Steadyness unheimlich viel abverlangt. Ich denke, wir dürfen stolz sein und obwohl ein n.b. nun unser Leistungsheft ziert, hat Pitch für mich an diesem Tag alle Dummys reingeholt.

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