Ticket gelöst – WT im Heckengäu

PrüfungenPublished September 23, 2012 at 16:09 No Comments

Ein kleiner, aber feiner Workingtest quasi direkt vor der Haustür und wir hatten Losglück und zunächst einmal einen Startplatz. Ausnahmsweise einmal nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen, erreichten wir so gut ausgeschlafen am Samstag Morgen Renningen. 6 Aufgaben unter Beobachtung von Richter Detlef Henrich erwarteten uns.

Aufgabe 1 Einzelmarkierung mit anschließendem Walk-Up und einer weiteren Einzelmarkierung

Etwas blass um die Nase ging es zur ersten Aufgabe. Zunächst fiel in ca. 50m eine Markierung auf einen gepflügten Acker. Der Hund musste zunächst ein gutes Stück die Wiese hinunter und dann zwei Geländeübergänge arbeiten. Anschließend lief man frei bei Fuss mit dem Richter ca. 15m weit, bevor ein weiterer Schuss kam und eine Markierung in wadenhohen Bewuchs in ca. 50m fiel. Der Richter wollte keinerlei Einwirkung auf den Hund nach dem Schuss sehen, also kein extra ‚Sitz‘ oder sonstiges.
Das erste Mark stellte kein Problem für uns dar, auch Fussarbeit ist bei Pitch immer eine sichere Bank. Auf das zweite Mark ereilte uns dann ein wenig Pech. An sich schnurgerade aufs Mark lief er auf Höhe der Fallstelle auf der falschen Windseite am Dummy vorbei. Mist. Er blieb aber gut dran und erarbeitete sich mit Hilfe des Windes das Säckchen.

Richterkommentar: „Da hat er wirklich Pech gehabt, aber an sich toll am Stück gearbeitet“. 18 Punkte

Aufgabe 2 Doppelmarkierung

Wir standen vor einem tiefen Graben mit Blick auf eine lange Wiese, auf der links eine Baumgruppe abgrenzte. Rechts standen Werfer und Schütze und es fiel zunächst ein Mark an die Baumreihe und dann ein zweites Mark tiefer auf der Wiese. Hier bestand Tauschgefahr, da die Hunde Wind vom ersten Mark auf dem Rückweg bekommen konnten. Reihenfolge der Markings war egal.

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie der Hund eine Aufgabe selbstständig arbeitet. Obwohl ich ihn eigentlich auf dasd erste Mark ausgerichtet hatte, kam er unten am Graben ganz anders raus und entschied sich das zweite Mark zuerst zu holen. Toll war auch, dass er jede alte Fallstelle auf dem Weg zum Mark ‚anzeigte‘. Er wurde nicht langsamer dabei, aber drehte den Kopf jeweils kurz in Richtung Witterung. Auf seine Nase ist wirklich Verlass! Auf dem Rückweg schaute er nochmal verwundert zu Schüze und Helfer – da war er wieder: mein Kindskopf. Lieber nochmal den Sicherheitspfiff. Das zweite Mark hatte er auf den Punkt.

Richterkommentar: „Den Pfiff hätte er jetzt nicht gebraucht.“ 19 Punkte

Aufgabe 3 Buschieren eines Heckenstreifens

Man sollte gemeinsam mit dem Hund eine Hecke absuchen. Länge ca. 15-20m. Bewuchs dornig und Brennnesseln.
Da wir diese Aufgabe bereits zwei Wochen zuvor beim WT DreiLänderEck nicht ganz so schön lösen konnten, hatte ich das Buschieren im Training zweimal mit ihm geübt. Gespannt, wie er sich dieses Mal unter Prüfungsbedingungen lenken lassen würde, schickte ich Pitch in die kleine Suche. Er blieb wunderschön klein, arbeitete gut die Hecke aus und ließ sich gut von mir lenken.

Richterkommentar: „Wieviel Punkte hattet ihr beim letzten Mal“ Ich: „12“, Richter: „Na, das war heute aber eine deutliche Steigerung!“ 20 Punkte – Training zahlt sich aus!

Aufgabe 4 Markierung über ein Gewässer

Das Niveau zog an, weil die Gespanne so gut waren und so erwartete uns bei Aufgabe 4 eine Markierung hinter einen Teich, die auf ein kleines Plateau fiel, welches in eine Wiese überging. Das Wasser war sehr brackig und einige Hunde taten sich mit dem Wassereinstieg schwer, andere stöberten auf der anderen Uferseite das Schilff ab oder gingen zu tief auf die Wiese.
Pitch nahm gut das Wasser an. Dank langer Beine hielt sich das Schwimmen in Grenzen 🙂 Böse Zungen sprachen von Kneipp-Tour. Am anderen Ufer nahm er sofort die Nase runter, suchte am Ausstieg, ging dann weiter in die Tiefe und bekam Witterung von den alten Fallstellen (teilweise war das Mark vor dem Plateau). Leider blieb er nicht ausdauernd genug dran, ihm fehlte der Mut noch weiter in die Tiefe hangaufwärst zu laufen und er driftete nach rechts in Richtung Schilf. Zeit zum Eingreifen. Ich stoppte ihn und schickte ihn schräg links. Er nahm beide Kommandos super an, bekam Witterung und fand das Dummy.

Richterkommentar: „Sehr schön“ 18 Punkte

Aufgabe 5 Einzelmarkierung im Wald

Eine Markierung im Wald, die hangaufwärts in eine kleine Schneise flog. Schwierigkeit lag darin, dass es relativ dunkel und nur ein Teil der Flugbahn sichtig war.
Gerades Lining bis auf den Hügel, etwas zu weit links vom Mark, aber der Wind stand gut. Wind bekommen vom Dummy. So einfach kann es sein.

Richterkommentar „Jammern auf einem hohen Niveau“ 20 Punkte

Aufgabe 6 Zwei Markierungen, davon eine Landmarkierung, die der Hundeführer holt, eine Wassermarkierung

Noch eine Wasseraufgabe. Man stand auf einer flachen Wiese ca. 15m vom Ufer eines Teiches. Zunächst fiel eine Landmarkierung in Ufernähe. Diese war vom HF selbst zu holen. Befand sich der HF auf dem Rückweg, fiel der zweite Schuss und es flog das Wassermark. An sich ja kein Problem, aber wenn man weiß, dass es bislang nicht so schlecht lief, will man die letzte Aufgabe auch noch gut machen. Also doch Herzklopfen. Landmarkierung kein Thema. Ich hatte gut markiert. Pitch saß auch beim zweiten Schuss bombenfest. Ich schickte ihn auf das Wassermark. Zügige Wasserannahme, er kam schnell mit Dummy aus dem Teich und schüttelte im Laufen noch etwas.

Richterkommentar: „Wieder sehr schön“ 19 Punkte

Sehr zufrieden, dass ich es endlich mal nicht versemmelt hatte und auch Pitch sehr schön den ganzen Tag konzentriert dabei war, schaute ich mir noch das Stechen an. Meines Erachtens um die Plätze 1-4. Als dann bei der Siegeehrung unser Name vor den Starten aus dem Stechen nicht aufgerufen wurde, konnte ich es dann nicht fassen. Wir sind platziert!!! Wahnsinn! Mit Platz 1 hatte ich dann gar nicht gerechnet. Damit haben wir uns 3 Tage vor Meldeschluss doch noch für das WT Finale 2012 qualifiziert.

Impressionen vom Workingtest Im Heckengäu (Danke an Katharina Rawenberg)

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